Lenovos Flagschiff-Ultrabook - das Thinkpad X1 - wird der Yoga-Therapie unterzogen und schließt sich der wachsenden Gruppe von 2-in-1-Convertibles an. Unser Testbericht zeigt auf, wie der jüngste Spross mit seinem aktiven Stylus im Vergleich abschneidet.
Lenovos erste Version des business-orientierten Thinkpad X1 Subnotebooks / Ultrabooks stammt aus 2011. Das schlanke und leichte Gerät hat sich seit her beträchtlich weiterentwickelt. Obwohl Thinkpad-Anhängern nicht alle Änderungen gefielen, z.B. Lenovos Versuch eines vollständig tastenlosen Touchpad-Designs in 2013, hat das Ultrabook insgesamt sehr gut in unseren Tests abgeschnitten. Die vierte Generation Thinkpad X1 Carbon 2016 - hier unser Testbericht zur klassischen Notebook-Variante - ist laut Lenovo mit zirka 1180 Gramm das "weltweit leichteste 14-Zoll-Business-Ultrabook. Zusätzlich zum X1 Carbon hat Lenovo auch ein darauf basierendes 2-in-1 Convertible auf der CES 2016 angekündigt und es treffend "Thinkpad X1 Yoga" genannt. Der Neuzugang soll das erste Convertible mit einem OLED-Bildschirm sein. Allerdings werden auch Modelle mit einem normalen IPS-Bildschirm angeboten. Gegenwärtig ist die Version mit OLED-Bildschirm in Arbeit, doch noch nicht verfügbar und unser Testmodell - das Thinkpad X1 Yoga 20FQ-000QUS - verfügt daher über ein IPS-Panel mit einer Auflösung von 2560 x 1440 Pixeln.

Zum Zeitpunkt des Schreibens bietet Lenovo drei konfigurierbare X1 Yoga Modelle auf seiner US-Webseite an. Das billigste Modell verfügt über einen Intel i5-6200U Prozessor, 8 GB RAM, eine 128 GB SATA3 SSD und einen 14-Zoll großen FHD-IPS-Touchscreen mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln und geht für 1400 US-Dollar über den Ladentisch. Das teuerste Modell mit Core i7-6600U Prozessor, 16 GB RAM und 512 GB SSD kostet 2100 US-Dollar. Letzteres kann für überwältigende 475 US-Dollar zusätzlich mit einer 1 TB PCIe-NVMe SSD aufgerüstet werden. 
Unser Testmodell/Konfiguration wird auch in Deutschland von verschiedenen Online-Einzelhändlern angeboten und ist hier für zirka 2300 Euro erhältlich.

Konkurrenten sind andere 2-in-1-Designs wie Lenovos ebenso business-orientiertes Thinkpad Yoga 14, das jüngere Thinkpad Yoga 460, welches die gleich Funktionalität wie das X1 in einem schwereren, viel weniger teuren Paket bietet, das 13 Zoll große HP Spectre x360 13, sein größerer 15-Zoll Bruder, das HP Spectre x360 15, und das 13,5 Zoll große Microsoft Surface Book.
Wie das jüngste X1 Carbon, setzt sich das X1 Yoga aus einer Mischung aus Materialien zusammen: Kohlefaser für die obere Abdeckung und Magnesium-Legierung für die Handballenablagen und die untere Abdeckung. Das verbesserte Material, welches Lenovo "Super Mag" nennt, verspricht ein dünneres und leichteres System ohne Einbußen bei der Langlebigkeit. Laut Lenovo hat das Convertible verschiedene MIL-STD-810G Belastungstests bestanden, welche unter anderem Erschütterungen, Stürze, und LCD-Belastungstests umfassen.

Obwohl das mattschwarze, keilförmige Design nicht jedermanns Geschmack sein mag, ist es dennoch auf seine eigene Art und Weise attraktiv. Die Oberflächen fühlen sich glatt an und sind ziemlich beständig gegen Fingerabdrücke. Die Tastatur übersteht verschüttete Flüssigkeiten und das Gehäuse wirkt definitiv robust genug, um rauere Behandlung, etwa im Außendienst-Einsatz, zu überstehen. Während sich die Stabilität verglichen mit früheren Generation verbessert hat, gibt das Gehäuse immer noch etwas nach - besonders bei Druck an der linken oder rechten Handballenablage. Wir können nur vermuten, dass das unterschiedliche Design - besonders das Lift-and-Lock-Feature der Tastatur (mehr dazu später) - zu dieser Flexibilität beträgt. Höhere Kraftanwendung wird zudem von hörbarem Klicken und Knarren begleitet. Sowohl Basiseinheit als auch Bildschirm sind nicht ganz so verwindungsfest wie einige Konkurrenten, nämlich solche mit einen Unibody- /Metall-Gehäuse. Doch ist das X1 Yoga dafür leichter.

Apropos Gewicht: Das Convertible bringt nur 1,36 kg auf die Waage - etwas schwerer als Lenovos Spezifikation von 1,27 kg / 2,8 Pfund. Zudem, dass das Apple Macbook Air 13 mit seinem 13-Zoll-Bildschirm fast die gleiche Grundfläche wie das Yoga aufweist (siehe Vergleich unten) - wiegt es auch gleich viel. Das 13 Zoll große HP Spectre x360 wiegt zirka 0,2 Pfund (~91 g) mehr. Microsoft's Surface Book ist dagegen mit 1,51 kg / 3,33 Pfund schwerer. Die 2015-Ausgabe des X1 war bereits für die meisten Maßstäbe ziemlich schlank, doch das neue Yoga ist mit nur 17 mm noch schlanker geworden. Lenovos eigenes Yoga 900 schlägt das X1 um einige Millimeter. Das Microsoft Surface Book misst wegen seines unüblichen Scharnier-Designs 22 mm.

Die Scharniere sehen so ähnlich aus wie beim normalen X1, doch natürlich ermöglichen sie eine 360-Grad-Rotation des Bildschirms. Wie alle Yogas unterstützt das X1 vier verschiedene Modi: Laptop, Stand, Tent und Tablet. Bei Öffnungswinkeln von mehr als 180 Grad fragt ein Pop-Up den Benutzer, ob der Tablet-Modus aktiviert werden soll, was wiederum bedeutet, dass Touchpad und Tastatur deaktiviert werden.
Anders als das vorige X1 Carbon, sind sowohl sein Nachfolger als auch das neue Thinkpad X1 Yoga mit drei statt zwei USB-3.0-Ports ausgestattet. Der dritte Port nimmt den Platz des proprietären Ethernet-Ports ein, sodass für kabelgebundene Netzwerkverbindungen ein USB-auf-Ethernet-Adapter notwendig ist. Vor allem ein USB-C-Port fehlt - Es scheint, dass Lenovo davon ausgeht, dass der neue Standard für ein Business-Gerät weniger wichtig ist als für ein Consumer-Gerät. Lenovo's OneLink+ ermöglicht den Anschluss einer Dockingstation, die eine Fülle von zusätzlichen Schnittstellen bietet.
Obwohl unser Test-Convertible einen SIM-Slot aufweist, wird bis jetzt kein LTE 4G Modem angeboten. 802.11ac WLAN wird durch ein 2x2 Intel Dual Band Wireless-AC 8260 Modul (M.2) mit einer theoretischen Übertragungsrate von 867 Mbps zur Verfügung gestellt. Bluetooth 4.1 ist auch integriert. Während unseres Tests traten keine Verbindungsprobleme oder Verbindungsabbrüche auf. Akku Dell Inspiron 17R .

Als Business-Notebook bietet das X1 Yoga die üblichen Sicherheitsfeatures wie Power-On-, Harddisk- und Supervisor-Passwörter, Trusted Platform Modul, TCG 1.2-Kompatibilität und Software TPM 2.0 sowie einen Fingerabdruckleser. Man beachte, dass Modelle mit i5-6200U oder i7-6500U - wie in unserem Testgerät - vPro nicht unterstützen, wohingegen der i5-6300U und der i7-6600U dies tun. Anders als bei früheren Modellen gibt es keinen proprietären Ethernet-Port. User, die sich über die (fehlende) Sicherheit von Funkverbindungen sorgen, müssen daher einen USB-auf-Ethernet-Adapter kaufen.

Abgesehen vom Notebook selbst und dem Stromadapter wird kein Zubehör mitgeliefert. Lenovo bietet auf seiner Homepage verschiedenes Zubehör an, beispielsweise eine Hülle (50 US-Dollar), einen Reserve Thinkpad Pen Pro-3 (40 US-Dollar), den größeren Thinkpad Pen Pro mit ersetzbarer AAAA-Batterie (ebenso 40 US-Dollar) und den OneLink+ Dock (180 US-Dollar) mit 90-Watt-Stromadapter, der DP + DP+VGA, 4x USB 3.0, 2x USB-2.0 (1x Always-on mit 2,4 A), Gigabit Ethernet, eine Audio-Kombi-Buchse und einen Kensington-Lock-Slot bietet.

Obwohl es keine eigene Wartungsklappe gibt und die gesamte Unterseite entfernt werden muss, lässt sich dies nach Lösen von neun Kreuzschlitzschrauben einfach bewerkstelligen. Da der Hauptspeicher verlötet ist und nicht aufgerüstet werden kann, kann nur die SSD getauscht werden, die den einzigen M.2-Slot belegt.
Lenovo gewährt 12 Monate Garantie auf Herstellungsfehler (3 Jahre in Deutschland). Die Basis-Garantie kann selbstverständlich erweitert werden. Lenovo bietet viele verschiedene Optionen bis zu 5 Jahren. Ein Upgrade auf eine 2-Jahres-Basisgarantie kostet 70 US-Dollar, eine 3-Jahres-Garantie mit Vorort-Service am nächsten Arbeitstag inklusive versiegeltem Akku ist für 200 US-Dollar verfügbar, um einige zu erwähnen.
Die 6-zeilige Chiclet-Tastatur sieht gleich aus wie jene, die Lenovo im "normalen" X1 Carbon verwendet - und in puncto auf Benutzerfreundlichkeit ist sie das auch. Der Hubweg ist großzügig und das Feedback ist für ein derart dünnes Notebook ausgezeichnet. Dank der leicht konkaven Tastenoberflächen (die 16 x 16 mm messen) sind - zumindest unserer Erfahrung nach - Tippfehler selten. Natürlich ist das sehr subjektiv. Unserer Meinung nach eignet sich die Lenovo-Tastatur jedoch besser für langes Tippen, wie beispielsweise die Tastatur des HP Spectre.

Wird das Convertible im Stand-, Tent- oder Tablet-Modus benutzt, so wird der Unterschied zwischen X1 und X1 Yoga offensichtlich: Letztere verwendet Lenovos "Lift'n'Lock"-Feature. Die Tastatur scheint ins System zu versinken, sodass eine flache Oberfläche entsteht - in Wirklichkeit wird der Rahmen angehoben. Dies kann entscheidend sein, denn es ist, auch auf unebenen Oberflächen oder beim Halten im Tablet-Modus, kaum möglich mit einer Taste hängen zu bleiben. Bei Öffnungswinkeln größer als 190 Grad werden sowohl die Tastatur als auch das Touchpad automatisch deaktiviert, um versehentliche Eingaben zu vermeiden. Wie zuvor erwähnt, geben die Handballenablagen ziemlich nach, doch die Tastatur biegt sich auch bei energischem Tippen nicht viel durch. Durch gleichzeitiges Drücken von Fn + Leertaste wird das zweistufige Hintergrundlicht eingeschaltet. 
Das Glas-Touchpad misst zirka 10 x 6 cm und fühlt sich sehr hochwertig an. Eingaben werden unmittelbar erkannt und umgesetzt. Die Genauigkeit ist großartig und die Multi-Touch-Gesten wie erwartet flüssig. Der Treiber bietet eine Fülle von Einstellungen für sowohl Pad als auch Trackpoint, sodass Nutzer die Reaktion nach Belieben anpassen können. Klicks sind deutlich, jedoch etwas laut. Die Trackpoint-Tasten befinden sich unmittelbar oberhalb des Touchpads und reagieren viel weicher. Wie immer gehört die mittlere Tasten zum Trackpoint und wird für Auf- und Ab-Bildlauf verwendet.
Lenovo nutzt jetzt Wacoms AES-Technologie, die aus einem stromversorgten Stylus und einem passiven Digitizer-Bildschirm besteht. Das ältere Thinkpad Yoga 12 hat im Wesentlichen die gleiche EMR (electromagnetic resonance) Technologie benutzt, die Wacom über Jahre in ihrer Intuos Produktlinie von Stift-Tablets eingesetzt hat. Im letzteren Fall ist der Stift passiv und der Digitizer aktiv. Die Vorteile der neuen Technologie - die ähnlich wie Microsofts N-Trig funktioniert - ist, dass der Parallaxe-Effekt verringert und vor allem die Kantengenauigkeit verbessert wird. Natürlich benötigt der Stift nun eine Batterie, was bei schlankeren Geräten ein Problem sein kann. Der neue X1-Yoga-Stylus ist äußerst schlank - tatsächlich weist es den selben Durchmesser (bei größerer Länge) auf wie der passive Stylus vom Thinkpad Yoga 12. Wird der Stift im seinem Slot aufbewahrt schließen zwei Kontakte. Laut Lenovo reichen 15-Sekunden Aufladen für 100 Minuten Verwendung, während er mit einer vollen Ladung 19 Stunden durchhält. Der Stylus bietet 2048 Durckempfindlichkeitsstufen sowie Tasten für Rechts- und Linksklicks, welchem mit dem Wacom-Pen-Menu Funktionen zugeordnet werden können. Ein kurzzeitiger Einsatz des Stifts ist angenehm, doch bei längerer Verwendungen hatten wir Probleme mit Krämpfen - ein größerer Durchmesser wäre hier sicherlich hilfreich. Für 40 US-Dollar bietet Lenovo den Thinkpad Pen Pro an, der 9.5 mm misst und mit einer austauschbaren AAAA-Batterie ausgestattet ist.

Die Genauigkeit des Stifts ist sehr hoch und wir konnten deutliche Verbesserungen gegenüber der älteren EMR-Technologie feststellen - vor allem was die Parallaxe betrifft. Die Handballenerkennung funktioniert auch ausgezeichnet und Fehleingaben traten nicht auf. Es wirkt tatsächlich so als wäre für Zeichnen und Schreiben weniger Druck notwendig, was ein Vorteil ist. Beim Schreiben gab es keine merkbaren Verzögerungen. Daher müssten wir nie Warten bis der Stift "aufgeholt" hat.

Der Touchscreen funktioniert ebenso, sogar bis in die Ecken, problemlos. Lenovo scheint eine neuere Anti-Reflexionsbeschichtung zu nutzen, die weniger auffällig ist wie jene am Yoga 12. Allerdings halten die Scharniere den Bildschirm nicht ganz so sicher in Position. Daher wippt der Bildschirm nach, wenn er im Laptop-Modus angetippt oder von einem Finger gestupst wird.
Der Touchscreen mit QHD-Auflösung von 2560 x 1440 Pixeln nutzt die IPS-Technologie. Das Convertible mit OLED-Bildschirm, gezeigt auf der diesjährigen CES (wir berichteten), soll noch im Frühjahr verfügbar werden. Die gemessene Durchschnittshelligkeit des Bildschirms von 271 cd/m² entspricht genau Lenovos Werbung. In Anbetracht des Preises finden wir diesen Wert etwas enttäuschend. Das HP Spectre x360 13 ist mit 325 cd/m² etwas heller, das 13,5 Zoll große Microsoft Surface Book - das viele Nutzer mit dem X1 Yoga vergleichen werden - ist mit über 415 cd/m² deutlich heller, wodurch Außeneinsätze viel mehr Freude machen. Zumindest wird der Bildschirm im Akkubetrieb nicht abgedunkelt. Zudem sind weder Schwarzwert (0,38 cd/m²) noch Kontrast (743:1) herausragend. Das Spectre x360 ist wiederum etwas besser, während das Surface Book (Kontrast: 1752:1) das X1 Yoga alt aussehen lässt. Akku Dell Latitude E5530 .

Die Ausleuchtung durchschnittlich, Lichthöfe sind mehr oder weniger auf die untere Kante des Panels bei schwarzem Hintergrund und maximaler Helligkeit beschränkt.
Die Farbabdeckung von sRGB und AdobeRGB ist zirka 95 bzw. 70 % - ein ziemlich gutes Ergebnis. Die sRGB-Abdeckung liegt innerhalb eines Prozentpunkts vom Surface Book, was das X1 für jene interessant machen könnte, die Photo-Bearbeitung oder ähnliche Aufgaben planen. 
Im Auslieferungszustand sind Farb- und Graustufen-Genauigkeit nichts Besonderes, obwohl sie immer noch akzeptabel sind. Das Microsoft Surface Book ist bereits im Werkszustand ziemlich perfekt. Eine Kalibrierung verbessert die Genauigkeit deutlich. Mit einer durchschnittlichen DeltaE-Abweichung von 1,3 für Farben und 1 für Graustufen, ist sie - nach Kalibrierung - ausgezeichnet. Nur die Farbe Blau überschreitet bei maximaler Sättigung den Idealwert von . In Kombination mit der guten sRGB-Abdeckung eignet sich das Panel gut für schnelle Bildbearbeitung in Lightroom, Photoshop oder einem ähnlichen Programm. Ein Nachteil: der matte Filter verursacht eine leichte Körnigkeit. Verglichen mit dem Thinkpad Yoga 12 ist diese deutlich geringer, doch Spiegelungen sind im Gegenzug etwas stärker.
Wie bei einem IPS-Bildschirm zu erwarten ist die Blickwinkelstabilität ziemlich gut und man kann den Bildschirm auch von sehr flachen Winkeln ohne Verschlechterung der Bildqualität einsehen, obwohl sich die Helligkeit offensichtlich verringert. Die Außeneinsatzfähigkeiten sind leider nicht so großartig: Obwohl das Panel matt ist, reicht die maximale Helligkeit einfach nicht, um direktes Sonnenlicht zu bewältigen. Im Schatten waren wir erfolgreicher, doch 100 cd/m² mehr wären diesbezüglich sehr hilfreich.
Unser Testmodell ist mit einem Intel Core i7-6500U Prozessor ausgestattet. Das ist die zweit-leistungsstärkste Konfiguration, die zur Auswahl steht, wobei der i5-6200U und der i7-6600U die schwächte bzw. stärkste Option darstellen. Der Hauptspeicher - entweder 8 oder 16 GB, abhängig vom gewähltem Modell - ist mit dem Motherboard verlötet. Daher ist ein nachträgliches Aufrüsten nicht möglich. Die einzige Chance auf 16 GB RAM besteht durch Wahl des Core i7-6600U Prozessor für 140 US-Dollar mehr und Anheben der RAM-Kapazität auf 16 GB für weitere 140 US-Dollar zusätzlich beim Kauf. Unser Modell verfügt über ein 512 GB SATA-Laufwerk. Das konfigurierbare Modell auf Lenovos Webseite ermöglicht es, das Laufwerk für zirka 55 US-Dollar auf eine PCIe-NVMe-Version hochzurüsten.
Der Intel Core i7-6500U ist eine ULV-Dual-Core-CPU mit Skylake-Architektur und einer TDP von 15 Watt. Die CPU hat eine nominelle Taktfrequenz von 2,5 GHz. Der integrierte Turbo ermöglicht ein Übertakten auf 3,1 GHz bei Single-Core-Last bzw. 3,0 GHz bei Multi-Core-Last. Mit Ergebnissen von 128 und 307 (single/multi) im Cinebench-R15-Test schneidet die i7-6500U genauso gut ab wie die gleiche CPU in anderen Notebooks. Verglichen mit der i5-6200U, die im HP Spectre x360 13 zum Einsatz kommt und auch eine Option für das X1 Yoga ist - ist diese nur zirka 10 % langsamer. Die sehr hochwertige Core i7-6567U im Vaio Z Flip VJZ13BA11L gehört zu den schnellsten ULV-Prozessoren und übertrifft die i7-6500U um 15 - 20 % in Single- und Multi-Thread-Leistung.

Für weitere Informationen und zusätzliche Benchmarks verweisen wir auf unsere Spezialseite zum Intel Core i7-6500U.
Die PCMark-8-Ergebnisse zeigen eine ausreichend gute Leistung, obwohl andere System mit der gleichen CPU - wie das Asus Zenbook UX303UA-R4051 - unser Testmodell um 5 bis 10 % übertreffen. Das Microsoft Surface Book liegt jedoch hinter dem X1 Yoga - obwohl es mit einer eigenständigen GPU (NVIDIA Maxwell 940M) ausgestattet ist. Wie in diesem Testbericht beschrieben, scheint es, dass das Surface Book nicht von der eigenständigen Grafikkarte profitieren kann.

Die subjektive Leistung des X1 Yoga ist ausgezeichnet: sowohl Booten als auch Programmstarts sind sehr schnell und nahezu verzögerungsfrei.
Unser Testmodell nutzt eine 512 GB M.2 SSD - nämlich eine Samsung PM871. Was die Leistung betrifft, so schneidet das Laufwerk ziemlich gut ab. Wegen der SATA-Schnittstelle sind die maximalen Übertragungsraten nicht so hoch, wie man es sich erhoffen könnte und bleiben generell unter 500 MB/s. NVMe-basierte Laufwerke - siehe die Samsung SM951 M.2 SSD im Vaio Z Flip VJZ13BA11L - sind mit fast dreifacher Lese- und mehr als doppelter Schreibgeschwindigkeit deutlich schneller. Natürlich könnte man argumentieren, dass hochwertige Laufwerke wie diese für normale Office-Aufgaben keine wesentlichen Vorteile bringen und viele Nutzer größere Laufwerke höheren Übertragungsraten vorziehen. Wie zuvor erwähnt, können User sich den Laufwerkstyp aussuchen, wenn sie ihr Notebook auf Lenovos Webseite konfigurieren.
Die integrierte HD Graphics 520 GPU mit 24 EUs ist definitiv kein Kraftwerk, doch sie unterstützt DirectX 12 und den neueren H.265-Standard. Die GPU hat Zugriff auf die 8 GB Dual-Channel-LPDDR3-RAM des Systems. Andere Grafikkarten werden nicht angeboten - was in Anbetracht der Zielgruppe und des schlanken Designs nicht überrascht. Nichtsdestotrotz würde eine Intel Iris GPU die Leistung auch deutlich verbessern. Das Microsoft Surface Book zeigt mit HD Graphics 520 eine ähnliche Leistung. Sobald die eigenständige Maxwell GPU im Tastatur-Dock übernimmt, verdoppelt sich die Leistung fast. Das HP Spectre x360 13 (Intel Core i5-6200U, HD Graphics 520) ist nur einige Prozentpunkte langsamer im 3DMark 11 Performance-Test. Laut unseren Tests mit verschiedenen Tools erreicht die GPU maximal 1050 MHz (das theoretische Maximum) für den Kern bzw. 933 MHz für den Speicher.
Mit minimalen Einstellungen und einer Auflösung von 1280 x 720 Pixeln erreicht Bioshock Infinite von 2013 eine Framerate von 50,5 fps. Mit mittleren Einstellungen und einer Auflösung von 1366 x 768 Pixeln fällt diese auf zirka 28 fps, was für ein flüssiges Spiel bereits etwas zu niedrig ist. Neuere und 3D-intensive Games stehen daher außer Reichweite und User, die eine bessere Gaming-Leistung benötigen, sollten sich woanders umsehen. Das Vaio Z Flip mit Intel Iris Graphics 550 bietet fast die doppelte Leistung (51,4 fps bei mittleren Einstellungen).
Im Idle-Betrieb ist das Gerät vollständig lautlos und der Lüfter dreht sich gar nicht. Während mittlerer und höherer Last steigt das Lüftergeräusch auf zirka 35 dB, was immer noch ziemlich akzeptabel ist. Das Surface Book erreicht 41 dB, das HP Spectre x360 13 bis zu 38 dB. Leider ist bei starken SSD-Zugriffen ein hochfrequentes Pfeifen hörbar - allerdings nicht durchgängig. Derzeit können wir nicht sagen, ob dies nur auf unser Testsystem mit 512 GB SATA-SSD zutrifft oder es sich um ein allgemeines Problem handelt, das auch bei anderen Geräten auftritt.
Im Idlebetrieb bleibt das Convertible angenehm temperiert. Wir haben einen Maximalwert von zirka 33 Grad an zur Rückseite gemessen. Während des länger andauernden Stresstests wird das System indes sehr heiß. Der gleiche Hotspot erreicht nun fast 50 Grad. Die linke und die rechte Seite des Notebooks bleiben deutlich kühler, sodass es keine Beeinträchtigungen bei einem Einsatz auf den Oberschenkeln gibt. Wir wollen anmerken, dass die Umgebungstemperatur zwischenzeitlich auf 25 °C gestiegen ist, was bis zu einem gewissen Grad erklären mag, warum das X1 Yoga so warm wurde. Der Vorgänger (non-Yoga) von 2015 des X1 hat 40 °C nicht überschritten. Die Handballenablagen bleiben unabhängig von der Last bemerkenswert kühl.
Unter starker CPU-Last mit Prime95 behielt das X1 Yoga seinen maximalen Turbo Boost von 3 GHz nur für wenige Sekunden bei. Danach viel die Taktrate auf 2,7 - 2,8 GHz und die CPU erreichte 79 °C. Nach 5 Minuten konnten wir keine weitere Veränderungen der CPU-Geschwindigkeit beobachten, doch die Temperatur fiel auf 74 °C. Um die GPU zu belasten, führen wir FurMark aus. Dabei fällt die CPU auf 1500 MHz und die GPU startet mit 1 GHz bei einer Temperatur von 73 °C. Zwei Minuten später fällt die GPU auf 900 MHz bei Temperaturen zwischen 72 - 74 °C. Eine Stunde später taktet die GPU immer noch mit 900 MHz bei einer konstanter Temperatur von 75 °C. Die Lage ändert sich, wenn wir Prime95 und Furmark gleichzeitig ausführen: Die CPU und GPU fielen sofort auf 1400 und 800 MHz bei einer Temperatur von 68 °C. Einige Stunden später fiel die GPU auf 850 MHz, während die CPU 1,4 GHz beibehielt. Die Temperatur blieb stabil bei 71 °C. Das X1 Yoga ist unter hoher andauernder Last von Throttling betroffen - doch in Anbetracht des schlanken und leichten Designs mit niedriger TDP überrascht das nicht wirklich.

Auf Akku ändert sich die Leistung des Convertibles nicht: ein schneller Test mit 3DMark 11 zeigt fast identische Leistung.
Die beiden Stereo-Lautsprecher befinden sich im vorderen Bereich und schallen nach unten. Der Sound ist gut und laut genug, obwohl es ihm eindeutig an Bass mangelt. Sprache ist sehr einfach zu verstehen - was sinnvoll ist, da es sich um ein Business-Gerät handelt. Doch beim Videoschauen kam keine besondere Freude auf. Daher empfehlen wir - vor allem fürs Musikhören - externe Lautsprecher oder Kopfhörer.
Der Stromverbrauch des X1 Yoga liegt im Idle-Betrieb bei zirka 8,2 Watt, was höher als beim Vaio Z Flip ist (6,9 Watt). Der durchschnittliche Energiebedarf unter Last beträgt zirka 29 Watt, also etwas weniger als das Microsoft Surface Book mit Core i7 Prozessor. Das Vaio benötigt viel mehr Energie (43 Watt), da sein Prozessor eine viel höhere TDP von 28 Watt aufweist. Das Asus Zenbook UX303UA-R4051T mit derselben CPU/GPU-Kombination braucht zirka 3 Watt weniger als unser Testmodell.

Der Stromadapter kann 65 Watt liefern, was für die auftretenden Belastungen mehr als ausreichend ist.
Lenovo verspricht eine Akkulaufzeit von bis zu 11 Stunden. Unser WLAN-Test mit einer Bildschirmhelligkeit von 150 cd/m² (80 %) zeigt, dass dies eine ziemlich optimistische Aussage ist: Der integrierte 52-Wh-Akku hält zirka 6 Stunden durch, bevor das Convertible herunter fährt. Das 13,3 Zoll große HP Spectre x360 13 hält 8 Stunden und 20 Minuten durch. Das 13,5 Zoll große Microsoft Surface Book lief erstaunliche 10 Minuten und 45 Minuten.
Insgesamt ist das Lenovo X1 Yoga ein solides und gut gestaltetes Business-Convertible. Der Straßenpreis von deutlich über 2000 Euro für unsere Testkonfiguration ist jedoch weit entfernt von preisgünstig. Das Yoga setzt fort, wo das "normale" X1 aufhört: Das Chassis ist aus Kohlefaser und Magnesium-Legierung ist nicht nur sehr schlank und leicht, sondern verfügt zudem über ein 360-Grad-Scharnier, womit das Yoga im Laptop-, Tent-, Presentation- und Tablet-Modus verwendet werden kann. Der aktive Stylus ist definitiv eine Verbesserung gegenüber dem passiven, mit welchem etwa das Thinkpad Yoga 12 ausgeliefert wurde. Trotzdem ist er immer noch so schlank wie zuvor und kann in seinem eigenem Slot im Gerät verstaut (und geladen) werden. Natürlich ist der Stift im Tablet-Modus am nützlichsten - doch ein 14 Zoll großes Tablet mit über einem Kilogramm Gewicht zu halten ist auf Dauer nicht besonders angenehm. Die Tastatur bietet die bekannten Thinkpad-Qualität und die Touchpad/Trackpoint-Kombination ist auch ausgezeichnet.

Der Bildschirm ist - leider erst nach Kalibrierung - einer der genauesten, die Lenovo je in eines seiner Designs verbaut hat. Ebenso ist der Farbraum sehr gut. Nur eine etwas höhere maximale Helligkeit würden wir uns wünschen. Akku Dell Vostro 1310 .

Das Thinkpad X1 Yoga erfüllt die Aufgaben, für welches gemacht wurde, ziemlich gut - allerdings zu einem hohen Preis.

User, die oft im Tablet-Modus agieren wollen, sind mit einem Design a la Surface Book mit seinem entfernbaren Tastatur-Dock eventuell besser dran - obwohl der Preis hier noch höher ist. Das HP Spectre x360 13 mag keine Business-Ausrichtung haben, doch ist für weniger als 1200 US-Dollar erhältlich, womit es unserer Meinung nach eine gute Alternative für Privatkunden abgibt. Lenovos eigenes Thinkpad Yoga 460 schlägt in die selbe Kerbe wie das X1 Yoga. Es ist etwas schwerer, jedoch auch viel billiger. Das ältere Thinkpad Yoga 14 ist auch immer noch erhältlich: Mit Full-HD-Bildschirm, eigenständiger GPU und einem Prozessor der vorigen Generation wird es für rund 1000 Euro verkauft.